Nachlese: Lektorentagung und IDT

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Bevor ich wieder alles vergesse – trotz der Hitze-  eine kleine Nachlese zur Lektorentagung und zur Internationalen Deutschlehrertagung in Bozen. (Die Bilder sind nichts Gescheites, aber meine Handykamera gibt nichts Besseres her). → Elisabeth, du kannst ja noch ergänzen und berichtigen.

Programm und Teilnehmer könnt ihr aus diesem Dokument ersehen Programm_Bozen_2013_final_Druck

im Hotel gab es einen kleinen Pool, so dass wir uns in der Wahnsinnshitze abkühlen konnten, denn Bozen ist eine der heißesten Städte Italiens, dazu später noch mehr. Da wir nur ein kleiner Kreis waren, war die Atmosphäre sehr entspannt und man konnte sich besser kennenlernen und austauschen. Aus Bonn war neben Elke Hanusch auch Frau Dr. Gisela Schneider angereist, die Leiterin der Abteilung Germanistik und Deutsche Sprache des DAAD.

Der Freitag wurde von den Bozenern gestaltet. Die Uni Bozen gibt es seit 1997 und um an der Uni angenommen zu werden oder dort  arbeiten zu können, muss man drei Sprachen beherrschen (Deutsch, Englisch und Italienisch). Eine weitere Sprache ist Ladinisch, die dritte Amstsprache in Südtirol. Freitagabend sprach  Professor Drumbl über die komplexe „Zweisprachigkei“t der Südtiroler  am Beispiel der Gedichte von Gerhard Kofler.

Arno Schneider, vielleicht kennt ihr ihn noch aus Lektorenzeiten, referierte über seine Arbeit als Literatur- und Mediendidaktiker im universitären Berufsbildungskurs an der Fakultät für Bildungswissenschaften in Bozen.

Die Vorträge und Berichte aus dem Kollegenkreis (Einsatz von Referaten für handlungsorientiertes und selbstreflektiertes Lernen, Einsatz von moodle, EU-geförderte Projekte und „Flipped Classroom“; zu lezterem sollte man sich Clay Shirky und die Khan Academy merken)  waren interessant und anregend. Von Andrea Birk gibt es einen Fragebogen zu berufsorientierten Deutschkursen, der auch auf der Lektorenhomepage zu finden ist. Andrea Birk arbeitet in einer Arbeitsgruppe mit dem Thema „Migration aus Südeuropa“. Solche Arbeitsgruppen werden übrigens vom DAAD finanziell unterstützt.

Brigitte Hoiberg, die in Neapel den Brief an Monti vorgeschlagen hatte, der dann von einer eigenen Arbeitsgruppe umgeschriebenen wurde, erinnerte  wieder an die aktuelle, unsichere Situation der Lektoren in Italien. Die anschlieβende  Diskussion war nicht sehr ergiebig und Johannes Kurzeder, der sich in der Angelgenheit am  besten auskennt,  war leider nicht da.   Hans Pfeiffer brachte dann am Sonntag in seinem Beitrag die aktuelle Situation der Lektoren  noch einmal sehr professionell auf den Tisch. Er fasste die Entwicklung folgendermaßen zusammen: Entqualifizierung – Anonymisierung – Annulierung.

Elke Hanusch erinnerte nochmals an die Unterstützungsmöglichkeiten des DAAD, die im Ortslektorenportal zu finden sind und diese auch zu nutzen und Thomas Bargmann vom DAAD Rom wird im Herbst nach Turin kommen und eine Informationsveranstaltung abhalten. Er ist für Vorschläge und Wünsche unsererseits offen.

Die nächste Tagung 2014 wird in Mailand stattfinden.

Und nun zur Internationalen Deutschlehrertagung IDT(Facebookseite ) und offizielle Webseite. Thema war „Deutsch von innen, Deutsch von außen“ mit besonderem Akzent auf die Mehrsprachigkeit und die Stellung des Deutschen in Südtirol. In Bozen sind 70% der Bevölkerung italienischsprachig und 30% deutschsprachig. Dabei muss man zwischen dem Dialekt und der deutschen Hochsprache unterscheiden. Die Südtiroler fühlen sich im Hochdeutschen oft sehr unsicher. Euch ist sicher bekannt, dass Deutsch während des Faschismus verboten war und die deutsche Sprache in sogenannten Katakombenschulen heimlich unterrichtet wurde.

2700 TeilnehmerInnen aus 110 Ländern schwärmten also, ausgestattet mit gelben Tagungsrucksäcken,  eine Woche lang durch ein sommerlich strahlendes Bozen. Die Veranstaltungen wurden an mehreren Orten abgehalten, einer davon das neue bestens ausgestattete Unihauptgebäude, wo sich auch die  großen Verlage befanden, die einem die Gadgets hinterherwerfen. Vorbildhaft nachhaltig der Hueber-Verlag, der rote Aluminum-Trinkflaschen verteilte, die an einem Wasserspender – con o senza bollicine – nachgefüllt werden konnten. Ebenso gab es bei den Lehrbuchpräsentationen Freiexemplare noch und nöcher…   Ich bin dann zu Herrn Schubert gegangen und konnte ihm ausnahmsweise noch 2 Freiexemplare Lehr- und Arbeitsbuch (A1, A2, B1) abbetteln. Als ich die Bücher am  Freitag abgeholt habe, hatte er nicht mal eine Tüte.

Neben den Präsentationen gab es zahlreiche  Hauptvorträge, darunter auch Marcellas interessanter Beitrag „Empirische Materialien zur Entwicklung berufsbezogener Interaktionskompetenz in der Fremdsprache“, den sie am Dienstagabend im Rathaussaal präsentierte. Im Gegensatz zu Jena (2009) waren die Themen diesmal spezifischer und da viele Vorträge parallel  und an verschiedenen Orten stattfanden, hatte man die Qual der Wahl. (In Jena wurden alle Vorträge aufgenommen und man konnte sich die CDs besorgen). Das Gefühl etwas verpasst  oder nicht das Richtige gewählt zu haben, begleitete mich permanent.

Das galt auch für die Sektionen. Ich war in der Sektion zum Sprachsensiblen Fachunterricht – so nennt man in Deutschland CLIL, in der Sektion zum E-Lerning und zum Film. In der ersten Sektion war die Teilnehmerzahl überschaubar, so dass auch gemeinsam gearbeitet wurde, was immer am anregendsten und am fruchtbarsten ist. Die beiden anderen Sektionen bestanden aus einem Teilnehmervortrag nach dem anderen, was einem Nürnberger Trichter ähnelt, aber wahrscheinlich ist es anders nicht organisierbar.

Natürlich ist die IDT auch noch ein Treffen der Vips von Daf, etc. und allen beteiligten Institutionen, d.h. Verlagen, Sprachinstituten, Verbändne, DAAD,… Zu diesen exklusiven Veranstaltungen kommt man nur mit Einladung. Mit Marcella war ich dann beim Goethe-Empfang, wo es sehr leckere Aperitifs gab.

Das wissenschaftlich-institutionelle Programm wurde ergänzt durch  ein Rahmenprogramm mit Lesungen, Konzerten und einer Abendgala: 2000 Personen wurden drei-Sterne-mäßig an stilgerecht gedeckten Tischen in einer Messehalle verköstigt :-).

Da ich Südtirol seit meiner Kindheit kenne – ein bevorzugtes Urlaubsland der Eltern meiner Generation –  und ich damals mit meinem Vater  Berge, Täler und Seen erkunden musste, habe ich auf das Ausflugsprogramm verzichtet und bin lieber mit meiner Bozener  Freundin auf das Rittner Horn gewandert.

Interessant war dann noch die Abschlussveranstaltung, in der unter anderem die Region Bozen ein von ihr finanziertes Forschungsprojekt an der Uni Bozen ankündigte. Es wird eine Gastprofessur für „Deutsch als vertraute Sprache“ ausgeschrieben, deren Gegenstand vor allem Deutsch als Muttersprache und Zweitsprache in Südtirol sein soll. Schließlich wurde noch der Ausrichter für 2017 bekanntgegeben. Die Universität von Fribourg oder Freiburg im Üechtland. Das (schöne) Thema: „Deutsch baut Brücken“.

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